Stellungnahme zum Beitrag Frontal 21, 10. April 2018

Am 10. April hat das ZDF-Magazin Frontal 21 einen Beitrag zum Thema „Wurstpanschen leicht gemacht“ gesendet. Die Redaktion von Frontal 21 begleitete dafür im Vorfeld die Produktion einer „Geflügelfleischwurst“. Dieses Produkt wurde im Rahmen der DLG-Qualitätsprüfung für Wurst und Schinken geprüft. Nach Angaben der Redaktion von Frontal 21 soll das Produkt eine DLG-Prämierung erhalten haben.

Dazu folgende Fakten:

  • Trotz Anfrage durch die DLG hat uns die Redaktion keine klaren Informationen zu dem Erzeugnis und den analysierten Parametern zur Verfügung gestellt und somit eine klärende Zuarbeit durch die DLG unmöglich gemacht. Gerne hätten wir den Beitrag des ZDF-Magazins durch Sachinformation und fachliche Einschätzung unterstützt. Wir bedauern sehr, dass uns dies nicht ermöglicht wurde.
  • Die DLG führt seit vielen Jahren Qualitätsprüfungen bei Lebensmitteln durch. Ziel ist es, im Sinne der Verbraucher, die Qualität von Lebensmitteln nachhaltig zu fördern. Die DLG-Tests werden nach Produktbereichen und nach produktspezifischen Prüfschemata durchgeführt. Im Zentrum steht die sensorische Analyse der Lebensmittel. Die Prüfer erstellen für jedes Fleischerzeugnis ein Expertengutachten nach DIN 10975. Ergänzend dazu finden Zubereitungsprüfungen, Verpackungs- und Kennzeichnungsprüfungen sowie produktgruppenspezifisch chemische, mikrobiologische und physikalische Tests statt. Maßgeblich für die Auszeichnung ist die Qualität des Endprodukts, das zu einem bestimmten Stichtag zur Prüfung eingereicht wird.
  • Voraussetzung für eine Teilnahme an den DLG-Prüfungen ist die schriftliche Bestätigung des Lebensmittelproduzenten, dass die gesetzlichen lebensmittelrechtlichen Vorgaben und die DLG-Prüfbestimmungen eingehalten werden. Wenn gegen die DLG-Prüfbestimmungen verstoßen wird oder im Rahmen der Lebensmittelüberwachung Verstöße gegen das Lebensmittelrecht festgestellt werden, führt dieser Befund zum Prüfungsausschluss und zur Aberkennung einer DLG-Prämierung.
  • Analysemethoden: Die existierenden Analysemethoden zum Nachweis von Separatorenfleisch, zugesetzten hydrolisierten Proteinen sowie Blutplasma in Fleischerzeugnissen müssen weiterentwickelt werden, da ein sicherer Nachweis der genannten Stoffe bislang nicht zweifelsfrei möglich ist. Die DLG unterstützt in ihren Fachgremien diese wichtige Forschungsarbeit.
  • Sensorische Qualitätsprüfung: Die lebensmittelsensorische Analyse ist eine wissenschaftliche Disziplin, die sich mit der objektiven Bewertung von Lebensmitteln durch die geschulten menschlichen Sinnesorgane beschäftigt. Sie wird u.a. in der Qualitätssicherung sowie der Forschung und bei Kontrollen durch amtliche Behörden (z.B. Lebensmittelkontrolle) eingesetzt. Sensorische Analysen, wie sie die geschulten Experten der DLG durchführen, sind generell geeignet, um die Produktqualität von Lebensmitteln auf Basis wissenschaftlicher Standards zu beurteilen. Sensorische Prüfungen können auch Rückschlüsse auf die Qualität von verwendeten Rohstoffen und den Produktionsprozess zulassen.