Goldene Genussregeln

Wer genießen will, muss mental dazu bereit sein. Denn im Gegensatz zum Konsum entsteht Genießen bewusst. Wer geschmackliche Besonderheiten erfasst oder aber die Konsistenz eines Lebensmittels, der genießt. Ist es weich oder cremig? Knusprig oder zäh? Wer nur konsumiert, schenkt dem keine Beachtung. Auch die Menge spielt beim Konsum keinerlei Rolle. Genuss hat immer etwas mit der bewussten Entfaltung komplexer sinnlicher Eindrücke zu tun und sinnlicher Genuss ist wichtiger Bestandteil unserer Ess- und Trinkkultur.

Genussfähigkeit

Genuss setzt Genussfähigkeit voraus. Genuss ist ein positiver Sinneseindruck, der eng mit körperlichen Empfindungen verbunden ist - wir schmecken, riechen, fühlen etwas. Gefällt es uns ausnehmend gut, empfinden wir Genuss. Genuss hat auch etwas mit unseren geistigen Empfindungen zu tun: Wir stellen uns ein schönes Ereignis vor, erinnern uns an etwas Herrliches, Einzigartiges, das wir erlebt haben.

Genuss ist lustvoll, sinnlich und immer auf das eigene Ich bezogen. Jeder Mensch wird etwas anderes nennen, wird andere Erlebnisse anführen, wenn er Genuss oder individuelle Genussmomente beschreibt. So sucht jeder selbst aus und entscheidet für sich, was ihm Genuss verschafft, wie er genussvolle Erlebnisse für sich arrangiert und zelebriert.

Fühlt man sich noch nicht richtig befähigt, Genuss zu empfinden, oder möchte das positive Sinnesempfinden noch feiner ausbilden, helfen "die sieben goldenen Genussregeln" des Genussforschers Dr. Rainer Lutz (Universität Marburg). Sie geben wertvolle Anregungen und sind einfach zu beherzigen.

 

Die sieben Genussregeln

1. Genuss braucht Zeit
Nehmen Sie sich Zeit zum Genießen; Eile ist der Feind des Genießens.

2. Genuss und Genießen muss erlaubt sein
Verstehen Sie angenehme Erfahrungen nicht als Luxus - verbieten Sie sich nichts.

3. Genuss geht nicht nebenbei
Genuss kann nicht neben anderen Aktivitäten erlebt werden - ein Genusserlebnis braucht die ungeteilte Aufmerksamkeit.

4. Weniger ist mehr
Überangebot und Genuss sind nicht miteinander vereinbar - jede Lieblingsspeise verliert ihren Reiz, wenn man sie täglich und reichlich isst.

5. Aussuchen, was einem gut tut
Bestimmen Sie selbst, was Sie genießen: Ob essen und trinken, Radtouren, Hobbys, Reisen - finden Sie heraus, was Ihnen Genussmomente verschafft.

6. Ohne Erfahrung kein Genuss
Sammeln Sie Erfahrungen - so lernen Sie sich selbst kennen und er-schließen sich neue "Genussbereiche".

7. Genuss ist alltäglich
Genuss ist nicht nur in besonderen Situationen erlaubt - Genuss sollte ein Bestandteil Ihres Alltags sein