Süßes Schwarz

Als Trendsetter gilt eine Eisdiele in Manhattan, deren tiefschwarze süße Masse es in den vergangenen Monaten mehrfach auch in deutsche Zeitungen und Zeitschriften geschafft hat. Für fast fünf Dollar offeriert die New Yorker Eisdiele eine schwarze Kugel Eis samt Hörnchen. Die Menschen stehen Schlange.

Die schwarze Farbe erhält das Eis durch die Asche gerösteter Kokosnüsse. Diese besteht überwiegend aus Kohlenstoff und ist natürlich tiefschwarz. Als sogenannte Aktivkohle kann sie als Entgiftungsmittel wirken: Die Substanz nimmt mit ihrer hochporösen Oberfläche Giftstoffe im Magen-Darm-Trakt auf und transportiert sie aus dem Körper. Umsonst gibt es zum Eis eine schwarze Zunge und schwarz gefärbte Zähne, denn der Farbstoff kann ziemlich hartnäckig sein. Für das Date mit der oder dem Angebeteten oder als Zwischenmahlzeit vor dem wichtigen Geschäftstermin ist das Eis daher eine schlechte Wahl.
Geschmacklich ist der schwarze Farbstoff eine Enttäuschung. Aktivkohle, auch wenn sie von Kokosnüssen stammt, schmeckt nicht. Eine eigene Geschmacksrichtung musste daher her. Entschieden haben sich die New Yorker schließlich für einen Geschmack, der durch Kokosmilch, Kokosrahm und nicht zuletzt Kokosflocken geprägt wird. Als Basis dient weißes Vanilleeis.

Doch anders als vielfach behauptet, sind die New Yorker Eismacher nicht die Erfinder schwarzer, süßer Eismassen. Bereits seit sechs Jahren verkauft auch ein Bonner Unternehmen "Black Mamba" – eine Paste, die als farbige und geschmackliche Grundlage für schwarzes Eis dient. Auch hier wird Aktivkohle als Farbstoff eingesetzt. Geschmacklich basiert bei den Bonnern alles auf Vanille. Farblich ergänzt wird "Black Mamba" durch Amarenakirschen, Knisperzucker sorgt für ein prickelndes Gefühl im Mund.

Bleibt die Frage: Ist das Schwarz nun appetitlich oder nicht? Wie immer bei ungewöhnlich gefärbten Nahrungsmitteln wenden sich die einen mit Grausen ab, andere finden es zumindest "interessant", während manche begeistert sind von der ungewohnten Kombination aus Farbe und Geschmack. (Quelle: Onlinemagazin Farbimpulse.de)