Großer fachlicher Nutzen

Dipl. Ing. Annette Lehrack, Leiterin des Sensoriklabors der IGV in Nuthetal

Interview mit DLG-Prüferin Annette Lehrack, IGV

Wie sind Sie als Prüferin zur DLG gekommen?

Als Mitarbeiterin des Bereiches Bäckereitechnologie im Institut für Getreideverarbeitung war ich als Prüferin für Sensorik – speziell für Backwaren- seit Anfang der 80ger Jahre tätig. Da war es Anfang der 90ger Jahre klar, dass man die Möglichkeiten nutzte, sein Wissen zu ergänzen und auszubauen. Daher nahm ich 1991 an meinem ersten DLG-Seminar zur Ausbildung von Prüfern für Brot und Kleingebäck teil. Dieses hat sich im Lauf der Jahre auf Feine Backwaren, Getreidenährmittel und Convenience-Produkte ausgeweitet. 

Welchen fachlichen Nutzen ziehen Sie aus der DLG-Prüfertätigkeit?

Ich sehe die vielfältigen Betätigungsfelder der DLG mit der breiten Palette an Lebensmitteln, die jährlich geprüft werden als Plattform für einen regen Erfahrungs- und Meinungsaustausch und auch für die Erweiterung des persönlichen fachlichen Netzwerks. 

Gerade durch die Diskussion von Produktstandards und von Verbraucher- und Herstelleransichten zu einzelnen Produkten vor, während und nach den Qualitätsprüfungen werden die Bewertungsgrund-lagen für die Produkte stets aktualisiert und angepasst.

Profitieren Sie vom fachlichen Austausch mit anderen Prüfern?

Dies muss man eindeutig bejahen. Die Zusammenarbeit am Prüftisch ist die eine interessante Seite. Die andere Seite sind die Fragestellungen und Problemfelder, die sich häufig aus den zu prüfenden Produkten, die man vor sich liegen hat, ergeben. Dies führt oft zu weitreichenden fachlichen Diskussionen und zum Informationsaustausch unter Experten.

Welchen Stellenwert hat für Sie die Sensorik als Bewertungskriterium für die Qualität von Lebensmitteln?

Aus meiner Tätigkeit als Leiterin des akkreditierten Labors für Sensorik an der IGV GmbH ergeben sich häufig Gespräche über diese Frage. Oft trifft man auf die Meinung, dass das DLG-Siegel zu breit gestreut wird und für den Verbraucher nicht interessant genug ist. 

Meiner Meinung nach, zeigt sich aber gerade durch das Spektrum der weitergehenden analytischen und anderen Untersuchungen bei einer Vielzahl von Produkten als Voraussetzung für die Siegelvergabe die Wissenschaftlichkeit der DLG. Denn Sensorik ist eine anwendungsorientierte Wissenschaft, in die eine Vielzahl von anderen Wissenschaftsgebieten einfließt.

Können Sie die ehrenamtlich Tätigkeit bei der DLG weiterempfehlen?

Hier brauche ich mit meiner Antwort nicht lange zu überlegen: man kann es eindeutig und kurz mit ja beantworten.